Leichenfundortreinigung in Minden – sechs Wochen Liegezeit in einer Pflegeeinrichtung
Bei diesem Einsatz in Minden war schon beim ersten Blick klar, dass es nicht mit einer normalen Zimmerreinigung getan sein würde. Eine Pflegeeinrichtung hatte uns gerufen, nachdem eine verstorbene Person erst nach einer Liegezeit von ungefähr sechs Wochen aufgefunden worden war.
Das betroffene Zimmer gehörte zu einer Form des betreuten Wohnens und verfügte über eine eigene kleine Küche sowie ein separates Badezimmer. Nach einer derart langen Liegezeit konzentriert sich die Arbeit nicht nur auf den eigentlichen Fundbereich. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Welche Materialien haben Flüssigkeit aufgenommen, was lässt sich noch reinigen und wo muss tatsächlich etwas entfernt werden?
Genau diese Einschätzung ist ein wesentlicher Bestandteil einer professionellen Tatort- und Leichenfundortreinigung.
Ungewöhnlich starke Rückstände am Leichenfundort
Eine Besonderheit dieses Einsatzes war die Menge der Rückstände im Bereich des Fundortes. Auf dem Boden befand sich ungewöhnlich viel ausgetretenes Leichenfett. Die Menge ließ darauf schließen, dass die verstorbene Person ein deutlich höheres Körpergewicht gehabt haben dürfte.
Nach rund sechs Wochen Liegezeit können sich Zersetzungsprodukte und Körperflüssigkeiten deutlich ausbreiten. Deshalb reicht es nicht, nur die sichtbar verschmutzte Stelle zu behandeln. Bodenanschlüsse, Randbereiche, Wände und angrenzende Materialien müssen ebenfalls kontrolliert werden.
In diesem Fall hatten wir allerdings auch Glück: Der vorhandene Fußboden war dicht. Die Flüssigkeit war nicht tief in den Bodenaufbau eingedrungen. Dadurch blieb ein wesentlich umfangreicherer Rückbau des Fußbodens erspart.
Ein Stück Tapete zeigte, wie weit Flüssigkeiten wandern können
Interessant war ein Detail direkt am Rand des Fundbereichs. Ein Teil der Flüssigkeit war an der Wand nach oben gezogen und hatte die Tapete erreicht. Von außen wirkt so etwas zunächst oft unscheinbar. Bei genauer Kontrolle zeigte sich jedoch, dass dieser Bereich nicht einfach nur oberflächlich gereinigt werden sollte.
Das betroffene Stück Tapete wurde deshalb entfernt. Gerade bei einer fachgerechten Desinfektion nach einem Leichenfund ist es wichtig, belastete Materialien nicht allein nach ihrem sichtbaren Zustand zu beurteilen.
Solche kleinen Details entscheiden am Ende darüber, ob eine Spezialreinigung tatsächlich gründlich durchgeführt wurde oder lediglich sauber aussieht.
Das Zimmer wurde vollständig entrümpelt
Bevor die eigentliche Spezialreinigung beginnen konnte, musste das Zimmer zunächst geräumt werden. Möbel, Hausrat und weitere Gegenstände wurden aus dem Bereich entfernt, damit sämtliche relevanten Flächen zugänglich waren.
Gerade bei Einsätzen nach längerer Liegezeit ist eine vollständige Zugänglichkeit wichtig. Unter Möbeln, an Sockelleisten oder hinter Einrichtungsgegenständen können sich Rückstände oder Gerüche befinden, die bei einer oberflächlichen Reinigung leicht übersehen werden.
Die Räumung unterscheidet sich damit deutlich von einer normalen Haushaltsauflösung. Ähnlich wie bei der Räumung stark belasteter Wohnungen und Messiehaushalte muss während der Arbeit ständig beurteilt werden, welche Gegenstände noch unproblematisch sind und welche Materialien aus hygienischen Gründen nicht im Raum verbleiben sollten.
Spezialreinigung von Wohnbereich, Küche und Badezimmer
Nach der Entrümpelung konnten wir das Zimmer systematisch bearbeiten. Dazu gehörten nicht nur der unmittelbare Leichenfundort, sondern auch die übrigen Flächen des Wohnbereichs, die integrierte Küche und das eigene Badezimmer.
Der Fundbereich wurde intensiv spezialgereinigt und anschließend desinfiziert. Dabei zeigte sich erneut, warum der dichte Boden in diesem Fall ein großer Vorteil war: Die Belastung konnte behandelt werden, ohne dass der komplette Bodenaufbau geöffnet werden musste.
Bei anderen Leichenfundorten kann die Situation erheblich aufwendiger sein. Sind Flüssigkeiten beispielsweise unter Laminat, in Fugen oder in saugfähige Untergründe eingedrungen, kann das Entfernen einzelner Materialien notwendig werden.
Auch die Laufwege im Treppenhaus wurden gereinigt
Unsere Arbeit endete nicht an der Zimmertür. Auch die genutzten Laufwege im Treppenhaus der Pflegeeinrichtung wurden anschließend gereinigt.
Das ist gerade in Einrichtungen mit mehreren Bewohnern ein Punkt, der leicht unterschätzt wird. Bei einem Einsatz werden Geräte, Behälter und Material durch gemeinschaftlich genutzte Bereiche transportiert. Deshalb schauen wir nicht ausschließlich auf den eigentlichen Fundraum, sondern auch auf die Bereiche, die während des Einsatzes genutzt wurden.
Für eine Pflegeeinrichtung oder ein betreutes Wohnobjekt ist das besonders wichtig, weil Flure und Treppenhäuser unmittelbar wieder von Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern genutzt werden.
Nach der Reinigung folgte die Geruchsneutralisierung mit Ozon
Nach rund sechs Wochen Liegezeit ist Geruch meist ein zentraler Bestandteil des Schadensbildes. Deshalb wurde das Zimmer nach Abschluss der Reinigung und Desinfektion zusätzlich ozonisiert.
Eine solche Behandlung steht für uns jedoch nicht am Anfang der Arbeiten. Zuerst müssen die eigentlichen Geruchsquellen und belasteten Materialien gefunden und soweit erforderlich entfernt beziehungsweise gereinigt werden. Erst danach ist eine weitergehende Geruchsneutralisierung nach einem Leichenfund sinnvoll.
Ein Ozongerät allein hätte die eigentliche Ursache in diesem Zimmer nicht beseitigt. Die Kombination aus Entrümpelung, Spezialreinigung, Desinfektion und anschließender Ozonbehandlung war deshalb der richtige Ablauf.
Warum der dichte Fußboden bei diesem Einsatz entscheidend war
Bei einer Leichenfundortreinigung entscheidet häufig der Untergrund darüber, wie umfangreich ein Einsatz wird. Ein optisch kleiner Fundbereich kann erhebliche Folgen haben, wenn Flüssigkeiten unter einen Bodenbelag gelangen und dort über Wochen in Estrich, Holz oder andere saugfähige Materialien einziehen.
Bei diesem Einsatz in Minden blieb uns genau dieses Problem erspart. Obwohl sich eine große Menge an Rückständen auf dem Boden befand, hatte der dichte Boden verhindert, dass diese tief in den Aufbau eindringen konnten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der Einsatz dadurch einfach war. Die lange Liegezeit, die starke Belastung des Fundbereichs und die betroffene Tapete machten weiterhin eine umfangreiche Bearbeitung notwendig. Der Unterschied bestand darin, dass wir nicht zusätzlich einen großflächigen Rückbau des Bodens durchführen mussten.
Leichenfundortreinigung für Pflegeeinrichtungen und betreutes Wohnen in Minden
Todesfälle in Pflegeeinrichtungen, betreuten Wohnformen und sozialen Einrichtungen stellen Betreiber häufig vor eine besondere Situation. Neben der fachgerechten Reinigung müssen gleichzeitig Bewohner, Mitarbeiter und gemeinschaftlich genutzte Bereiche berücksichtigt werden.
Bei diesem Einsatz konnten wir alle notwendigen Arbeiten aus einer Hand durchführen: Entrümpelung des Zimmers, Spezialreinigung, Desinfektion der betroffenen Bereiche, Reinigung der Laufwege und abschließende Geruchsbehandlung.
Für Einrichtungen bedeutet das vor allem: ein Ansprechpartner und ein klarer Ablauf, anstatt Räumung, Reinigung und Geruchsbehandlung auf mehrere Firmen verteilen zu müssen.
Tatort- und Leichenfundortreinigung in Minden und Umgebung
Dieser Einsatz ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich eine Leichenfundortreinigung in Minden aussehen kann. Nicht jeder Todesfall erfordert dieselben Maßnahmen. Liegezeit, Bodenaufbau, Einrichtung und Ausbreitung der Flüssigkeiten bestimmen, was tatsächlich notwendig ist.
Von unserem Standort in Rinteln übernehmen wir entsprechende Spezialreinigungen in Minden sowie im umliegenden Raum. Auch im Weserbergland, in Hannover, Bielefeld und im Raum Paderborn führen wir Tatort- und Leichenfundortreinigungen durch.
Wenn nach einem Todesfall zusätzlich Fäkalien oder andere starke hygienische Belastungen vorhanden sind, kann die Reinigung mit einer professionellen Fäkalreinigung kombiniert werden.
Was von diesem Einsatz in Erinnerung bleibt
Bei diesem Zimmer war es vor allem die ungewöhnlich starke Belastung direkt am Fundort, die den Einsatz besonders gemacht hat. Gleichzeitig zeigte sich, wie viel Unterschied ein geeigneter Untergrund machen kann: Der dichte Fußboden verhinderte, dass aus einem ohnehin aufwendigen Einsatz zusätzlich ein umfangreicher Bodenschaden wurde.
Die hochgezogene Flüssigkeit an der Tapete war dagegen ein gutes Beispiel dafür, dass man sich bei einer Leichenfundortreinigung nicht ausschließlich auf die offensichtlich verschmutzten Flächen konzentrieren darf.
Am Ende war das Zimmer vollständig geräumt, spezialgereinigt, desinfiziert und geruchsbehandelt. Auch die Laufwege der Einrichtung waren gereinigt. Damit waren alle Arbeiten abgeschlossen, die im Rahmen unseres Auftrags nach dem Leichenfund erforderlich waren.
